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Zwei Frauen üben eine Handgelenkbefreiungstechnik in einem Selbstverteidigungskurs

Warum jede Frau an einem Selbstverteidigungskurs teilnehmen sollte

„Sei vorsichtig» reicht nicht

Als ich jung war, lautete der Rat meiner Mutter immer gleich: Sei vorsichtig, geh nachts nicht alleine. Dieser Rat ist sinnvoll, gut gemeint und oberstes Gebot für eine gute Prävention — dennoch war mir Vorsicht zu passiv, es reichte mir nicht. Diese Haltung versetzt uns in einen Dauerzustand des Hoffens, dass nichts passiert; ich wollte lieber wissen, wie ich mit einer unangenehmen Situation umgehen könnte, falls doch etwas passierte.

Dieses Wissen ist ermächtigend und hat einiges verändert. Und ich glaube, es kann für jede Frau nützlich werden.

 

Es geht darum, sich sicherer zu fühlen 

Lass uns gleich zu Beginn etwas klarstellen, denn genau das hält viele Frauen davon ab, sich der Kampfkunst anzunähern oder einfach Selbstvertigungskurse zu besuchen: Selbstverteidigung bedeutet nicht, aggressiv, konfrontativ oder paranoid zu werden. Im Gegenteil. Es geht um etwas viel Mächtigeres — zu wissen, dass du Optionen hast und welche.

Stell es dir wie einen Sicherheitsgurt vor. Den legst du nicht an, weil du planst, einen Unfall zu haben. Du legst ihn an, weil du vorbereitet bist, falls unerwartet etwas passiert. Selbstverteidigung funktioniert genauso. Das Ziel ist nicht der Kampf. Mit dem Erlernen und Üben einige Grundtechniken, sich des eigenen Ressourcen bewusst zu werden, verbirgt sich auch das Gefühl, fähiger, ruhiger und selbstsicher, alltäglichen Situationen zu begegnen, egal was das Leben dir bringt.

 

Das Selbstbewusstsein, das du mit dir trägst

Es passiert bereits etwas Bemerkenswertes, wenn du ein paar grundlegende Selbstverteidigungstechniken trainierst: du trägt dich anders. Die Körperhaltung verändert sich. Die Stimme wird fester. Du betrittst einen Raum mit einer stillen Gewissheit, die vorher nicht da war.

Studien zeigen immer wieder, wie die Körpersprache einer der grössten Faktoren dafür ist, ob jemand als leichtes Ziel wahrgenommen wird. Selbstvertrauen — echtes, verkörpertes Selbstvertrauen — ist in sich eine Form des Schutzes.

Frauen, die Selbstverteidigungskurse besucht haben, berichten regelmässig von derselben Erfahrung: sicherlich sind sie jetzt nicht unbesiegbar dennoch fühlen sie weniger Angst. Das ist ein aussergewöhnliches Geschenk, das du dir selbst machen kannst.

 

Die Realität in der Schweiz — Zahlen, die zum Handeln aufrufen

 

Vielleicht denkst du: „Mir passiert das schon nicht.» Und ich hoffe, du hast recht. Aber werfen wir einen ehrlichen Blick auf die Zahlen,  nicht um Angst zu machen, sondern um klar zu sehen. Laut der aktuellen Kriminalstatistik des Bundesamts für Statistik nahmen schwere Gewaltstraftaten in der Schweiz 2025 um 8,1 Prozent zu, und bei vollendeten Tötungsdelikten im häuslichen Bereich waren 74 Prozent der Opfer Frauen. Das sind keine abstrakten Zahlen — das sind Frauen aus unserer Mitte.

 

Und jetzt kommt das Entscheidende — etwas, das viele nicht wissen: Sich zu wehren wirkt. Studien belegen, dass schon leichte Gegenwehr in rund 68 Prozent der Fälle dazu führt, dass ein Täter von seinem Opfer ablässt. Bei entschiedener Gegenwehr steigt dieser Anteil auf über 84 Prozent. Und: In rund 95 Prozent der Fälle, in denen sich Frauen gewehrt haben, war diese Gegenwehr erfolgreich — eine Eskalation trat in weniger als einem Prozent der Fälle ein. Der alte Mythos, dass Widerstand die Lage verschlimmert, ist längst widerlegt. Täter suchen keine Auseinandersetzung,  sie suchen ein leichtes Ziel.

 

Praktische Situationen, wo es darauf ankommt

 

Sprechen wir über den Alltag. Keine Filmszenarien, kein Katastrophendenken — nur gewöhnliche Situationen, wenn du dich mit dem Thema Selbstverteidigung/ Selbstsicherheit auseinandergesetzt hast, einen echten Unterschied macht.

 

Das Parkhaus. Du gehst nach der Arbeit spät zu deinem Auto. Schritte hinter dir kommen näher. Wenn du schon das Szenario in Kopf durchgegangen bist und im Kurs geübt hast,  weisst du, wie du Abstand schaffst, deinen Körper positionierst, deine Stimme mit Nachdruck einsetzt und wenn nötig, einen Handgelenksgriff in unter einer Sekunde löst. Panik lähmt uns genau dann, wenn Klarheit am dringendsten gebraucht wird. Chances sind hoch dass wir einfrieren. Wenn aber etwas im Hinterkopf vorprogrammiert wurde, besten auch gute Chance, dass der Körper diese instinktiv aktiviert und richtig handelt.

 

Die unerwünschte Annäherung. Jemand packt dich am Arm in einer Bar oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Es passiert. Eine einfache Befreiungstechnik zu kennen — so lange geübt, bis sie zum Muskelgedächtnis geworden ist — bedeutet, dass du handelst, anstatt zu reagieren. Du trittst zurück, du sprichst bestimmt, du hast die Situation unter Kontrolle.

 

Der Moment, in dem jemand zu nah kommt. Ob es ein aggressiver Fremder ist oder eine Situation, die unerwartet eskaliert — zu wissen, wie man Raum schafft, die eigenen Schwachstellen schützt und sicher entkommen kann, ist nicht nur nützlich und prägt weit über das Körperliche hinaus.

 

Was du in einem guten Selbstverteidigungskurs lernst

Ein hochwertiger Selbstverteidigungskurs für Frauen umfasst weit mehr als körperliche Techniken. Typischerweise lernst du:

 

  • Situationsbewusstsein — wie du Umgebungen und Menschen einschätzt und deinem Instinkt vertraust
  • Verbale Deeskalation — wie du deine Stimme einsetzt, um eine Situation zu entschärfen, bevor sie eskaliert
  • Grenzen setzen — die Psychologie dahinter, sich klar und wirkungsvoll zu behaupten
  • Körperliche Techniken — praktische Bewegungen, die leicht zu merken und umzusetzen sind: Handgelenkbefreiungen, Ausbrechen aus Griffen, gezielter Einsatz von Ellbogen, Tritt- und Kniestossen
  • Stressreaktionstraining — wie du klar denkst, wenn Adrenalin durch deinen Körper fliest

Die Erlaubnis, Raum einzunehmen

 

In einem Selbstverteidigungskurs passiert etwa Tiefgründiges. Du bekommst die Erlaubnis — vielleicht zum ersten Mal — laut, bestimmt und körperlich kraftvoll zu sein, in einem Raum, der vollständig deiner Sicherheit und deinem Wachstum gewidmet ist. Du übst, schnell zu reagieren, Nein mit deinem ganzen Körper zu sagen. Du übst, dich von Umklammerungen zu befreien. Du übst jene Art von entschlossener, geerdet-sicherer Präsenz, die so viele von uns nie beigebracht bekommen haben.

Es ist eine wichtige Erfahrung, damit du dich nicht mehr so hilflos und ausgeliefert fühlst.

 

Fang jetzt an

Du musst dich nicht zu jahrelangem Kampfsporttraining verpflichten, obwohl es wunderbar ist, wenn du Feuer fängst!  Auch ein Wochenendseminar kann dir ein Fundament aus Fähigkeiten, Bewusstsein und Selbstvertrauen geben, das dich wichtige Grundlagen verschaffen kann.

Vorsichtig zu sein ist wichtig. Besser vorbereitet zu sein für den schlimmsten Fall, ist so noch besser.

 

Bereit für den Schritt? Melde dich gleich für den Selbstverteidigungskurs für Frauen und lerne das Fundament für deinen Eigenschutz.
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